eSIM USA: Handy und Internet in den USA ohne Kostenfalle
eSIM, US-SIM-Karte, Auslandsoption oder WLAN: So bleiben Sie in den USA günstig online, behalten Ihre deutsche Nummer für SMS-TANs und wissen, was bei Notruf 911 und Dienstgeräten gilt.

Inhalt
- Warum ist Roaming in den USA so teuer?
- Welche Lösung passt? Die Optionen im Vergleich
- Auslandsoption des deutschen Tarifs
- Daten-eSIM ohne US-Nummer
- US-Prepaid-SIM oder -eSIM mit US-Nummer
- Hotel- und öffentliches WLAN
- Was brauche ich für eine eSIM in den USA?
- Wie richte ich eine eSIM für die USA ein?
- Wie telefoniere ich mit dem Handy in den USA günstig?
- SMS-TAN, Banking und die deutsche Nummer: Wie bleibe ich erreichbar?
- Wie gut ist das Netz in Nationalparks und auf dem Land?
- Notruf 911: Funktioniert er auch ohne US-SIM?
- WLAN in den USA: Wie surfe ich sicher?
- Geschäftsreisende: Dienstgeräte und Gerätedurchsuchung
- Checkliste vor dem Abflug
Für mobiles Internet in den USA ist eine eSIM meist die einfachste und günstigste Lösung: Sie kaufen vor der Reise ein Datenpaket, installieren es per QR-Code und behalten Ihre deutsche SIM parallel für Anrufe und SMS-TANs. EU-Roaming gilt in den USA nicht. Ohne passende Auslandsoption können Daten, Anrufe und sogar angenommene Gespräche mit dem deutschen Tarif teuer werden. Wer vor Ort viel telefoniert oder länger bleibt, fährt mit einer US-Prepaid-SIM mit eigener Nummer oft besser; Notrufe wählen Sie in jedem Fall über die 911.
Dieser Ratgeber vertieft den kurzen Abschnitt zu SIM und eSIM aus unseren Tipps für die erste USA-Reise. Sie erfahren, welche Kostenfallen es gibt, welche Lösung zu Ihrer Reise passt, wie Sie eine eSIM Schritt für Schritt einrichten und worauf Sie bei Online-Banking, Notruf, WLAN und Dienstgeräten achten sollten.
Warum ist Roaming in den USA so teuer?
Innerhalb der EU telefonieren und surfen Sie dank „Roam like at home“ zu Inlandspreisen. Diese Regel gilt in den EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen, nicht aber in den USA. Die Bundesnetzagentur warnt: Außerhalb der EU können Telefonate, ausdrücklich auch eingehende Anrufe, SMS und mobile Daten mit dem deutschen Vertrag teuer werden. Welche Preise gelten, legt jeder Anbieter selbst fest, und manche Tarife schließen Roaming außerhalb Europas ganz aus.
Die wichtigsten Kostenfallen im Überblick:
- Datenroaming ohne Option: Hintergrund-Updates, Cloud-Fotos und Navigation verbrauchen auch dann Daten, wenn Sie das Handy kaum nutzen.
- Kostenbremse nicht garantiert: Für mobiles Internet gibt es eine weltweite Kostenbremse, die laut Verbraucherzentrale standardmäßig bei 59,50 Euro liegt; danach wird die Datenverbindung getrennt. Sie funktioniert aber nur, wenn der ausländische Netzbetreiber Ihre Nutzung in Echtzeit erfassen kann. Ist das nicht möglich, erhalten Sie bei der Einreise eine Nachricht, dass die Kostenbegrenzung nicht zur Verfügung steht.
- Mailbox: Ist sie aktiv, können Anrufe dorthin weitergeleitet werden, und das Abhören aus dem Ausland kostet Geld. Die Verbraucherzentrale nennt die Mailbox die wohl größte Kostenfalle außerhalb der EU; die Bundesnetzagentur rät, sie vor der Reise zu deaktivieren.
- Schiffe und Flugzeuge: An Bord bucht sich das Handy teils in Satellitennetze ein. Die Verbraucherzentrale berichtet von einer Rechnung über rund 12.000 Euro nach einer Fährfahrt. Seit Juli 2022 gilt die Kostenbremse auch für solche Bordnetze; sicherer ist trotzdem der Flugmodus, etwa auf einer Kreuzfahrt nach Alaska oder in die Karibik.
- WLAN-Calls: Telefonieren über WLAN mit der normalen Telefon-App rechnen viele Anbieter so ab, als wären Sie in Deutschland. Das ist aber nicht einheitlich geregelt; fragen Sie nach.
Tipp: Schalten Sie vor dem Abflug das Datenroaming für Ihre deutsche SIM aus, deaktivieren Sie die Mailbox und prüfen Sie in der Preisliste Ihres Anbieters, was Anrufe, SMS und Daten in den USA kosten.
Welche Lösung passt? Die Optionen im Vergleich
Grundsätzlich haben Sie vier Wege, in den USA online zu sein. Die Preise schwanken stark und ändern sich laufend; die Spannen in der Tabelle sind Beispiele aus Anbieterangaben und Vergleichsportalen, Stand November 2026, ohne Gewähr.
| Option | US-Nummer | Kosten (Spanne, Stand November 2026) | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Auslandsoption des deutschen Tarifs | nein, deutsche Nummer | Datenpässe ab rund 6 Euro, Monatspakete ab etwa 15 Euro, größere ab etwa 50 Euro (Beispiel eines großen deutschen Netzbetreibers) | keine Einrichtung, gewohnte Nummer | pro Gigabyte oft teurer, Telefonie teils extra |
| Daten-eSIM ohne US-Nummer | nein | kleine Pakete (1 bis 3 GB) oft für wenige US-Dollar, rund 20 GB für 30 Tage ab etwa 20 US-Dollar | günstig, vor der Reise installierbar | keine Anrufe und SMS über das Mobilnetz, Telefonie nur per App |
| US-Prepaid-SIM oder -eSIM mit US-Nummer | ja | Monatstarife großer Netzbetreiber etwa 35 bis 70 US-Dollar im ersten Monat, plus Steuern und Gebühren | US-Nummer, Gespräche in den USA inklusive, viel Datenvolumen | Laufzeit meist ein Monat, Aktivierung teils aufwendiger |
| Hotel- und öffentliches WLAN | entfällt | oft kostenlos | kein Tarif nötig | unsicher, nicht überall verfügbar, unterwegs nutzlos |
Auslandsoption des deutschen Tarifs
Am bequemsten ist eine Tages-, Wochen- oder Monatsoption Ihres deutschen Anbieters. Sie bleiben unter Ihrer gewohnten Nummer erreichbar und müssen nichts installieren. Einige Verträge enthalten bereits Inklusivvolumen für bestimmte Länder außerhalb der EU; ob die USA dazugehören, steht in den Vertragsunterlagen. Fragen Sie auch, ob die Option automatisch endet oder gekündigt werden muss.
Daten-eSIM ohne US-Nummer
Reine Daten-eSIMs verkaufen Reise-Anbieter online für einzelne Länder oder ganze Regionen. Sie nutzen die Netze großer US-Betreiber als Partner. Für die meisten Urlauber ist das die beste Kombination aus Preis und Komfort: Messenger, Karten, Fahrdienst-Apps und E-Mails laufen über die eSIM, die deutsche SIM bleibt für SMS aktiv. Achten Sie auf Laufzeit, Datenvolumen, eine mögliche Drosselung bei „unbegrenzten“ Paketen, Hotspot-Nutzung und darauf, welches US-Netz der Anbieter nutzt.
US-Prepaid-SIM oder -eSIM mit US-Nummer
Die großen US-Netzbetreiber, etwa T-Mobile, AT&T und Verizon, sowie günstigere Discount-Marken in deren Netzen bieten Prepaid-Tarife an, viele davon auch als eSIM. Eine US-Nummer hilft, wenn Sie Restaurants, Mietwagenstationen oder Unterkünfte anrufen, Rückrufe erwarten oder US-Dienste nutzen, die eine amerikanische Nummer verlangen. Beachten Sie: Bei US-Tarifen kommen Steuern und Gebühren zum angegebenen Preis hinzu, und Rabatte für automatische Abbuchung gelten bei manchen Tarifen erst ab dem zweiten Monat.
Hotel- und öffentliches WLAN
WLAN gibt es in fast allen Hotels, in vielen Cafés, Flughäfen und Einkaufszentren. Für Downloads und Videotelefonate ist es ideal, als einzige Verbindung reicht es aber selten, etwa für die Navigation im Mietwagen. Zur Sicherheit im fremden WLAN finden Sie weiter unten Hinweise.
Was brauche ich für eine eSIM in den USA?
Eine eSIM ist eine fest im Gerät verbaute SIM, auf die Sie einen Tarif digital laden, statt eine Plastikkarte einzulegen. Drei Voraussetzungen sollten Sie vor dem Kauf prüfen:
- eSIM-fähiges Gerät: Die meisten aktuellen Smartphones unterstützen eSIM. Ob Ihres dazugehört, sehen Sie in den Einstellungen unter „Mobilfunk“ oder „SIM-Karten“ (Option „eSIM hinzufügen“) oder in den Herstellerangaben. Ältere oder sehr günstige Modelle können fehlen.
- Kein SIM-Lock: Ein Gerät mit Netzsperre (SIM-Lock) akzeptiert nur Karten des Anbieters, bei dem es gekauft wurde. Prüfen Sie das vor allem bei subventionierten Vertragshandys und bei Diensthandys; im Zweifel fragt man beim Anbieter nach der Entsperrung.
- Dual-SIM: Damit Ihre deutsche Nummer aktiv bleibt, muss das Gerät zwei Leitungen gleichzeitig nutzen können, etwa physische SIM plus eSIM oder zwei eSIMs. Dann laufen Daten über die US-eSIM, Anrufe und SMS weiter über die deutsche Nummer.
Für Telefonate setzen die US-Netze auf LTE und 5G. Wer ein älteres Gerät nutzt und mit einer US-SIM telefonieren will, sollte vorab prüfen, ob es Telefonie über LTE (VoLTE) im jeweiligen Netz unterstützt.
Wie richte ich eine eSIM für die USA ein?
So gehen Sie Schritt für Schritt vor:
- Tarif auswählen: Laufzeit und Datenvolumen passend zur Reise wählen, auf das genutzte US-Netz und mögliche Drosselung achten.
- Gerät prüfen: eSIM-Unterstützung und fehlenden SIM-Lock kontrollieren, Betriebssystem aktualisieren.
- Zu Hause installieren: Den QR-Code oder Aktivierungscode des Anbieters über eine stabile WLAN-Verbindung einlesen. Viele Reise-eSIMs lassen sich Tage vorher installieren; manche starten die Laufzeit erst, wenn sie sich im Zielland verbinden. Lesen Sie die Bedingungen.
- Leitungen benennen: Die neue Leitung zum Beispiel „USA Daten“ nennen, die deutsche „Privat“. Die eSIM nicht löschen, viele Codes lassen sich nur einmal verwenden.
- Datenleitung festlegen: In den Einstellungen die US-eSIM als Leitung für mobile Daten wählen. Bei der deutschen SIM das Datenroaming ausschalten, die Leitung selbst aber für Anrufe und SMS eingeschaltet lassen.
- Nach der Landung aktivieren: Die eSIM einschalten. Reise-eSIMs ausländischer Anbieter brauchen oft eingeschaltetes Datenroaming, weil sie technisch über einen US-Partner roamen. Dieses Datenroaming gilt nur für die eSIM-Leitung.
- Verbindung testen: Eine Webseite oder Karten-App öffnen. Klappt es nicht, Gerät neu starten und die Zugangsdaten (APN) laut Anleitung des Anbieters prüfen.
- Nach der Reise aufräumen: Wieder die deutsche SIM für Daten auswählen und die abgelaufene eSIM entfernen.
Wichtig: Installieren Sie die eSIM nicht erst am Flughafen in den USA. Dort fehlt Ihnen oft genau das Internet, das Sie für die Installation brauchen.
Wie telefoniere ich mit dem Handy in den USA günstig?
Für Gespräche nach Hause sind Messenger-Anrufe über Daten oder WLAN meist die günstigste Lösung, auch mit einer reinen Daten-eSIM. Die Verbraucherzentrale erinnert aber daran, dass solche Anrufe Datenvolumen verbrauchen und im teuren Roaming nicht kostenlos sind. Wer Hotels, Restaurants oder Mietwagenstationen in den USA anrufen muss, ist mit einer SIM-Karte für die USA mit US-Nummer am flexibelsten, denn Inlandsgespräche sind in US-Prepaid-Tarifen in der Regel enthalten. Mit der deutschen SIM kosten solche Anrufe Roaming-Gebühren, und auch angenommene Anrufe können Geld kosten.
US-Nummern haben die Ländervorwahl +1, gefolgt von der dreistelligen Vorwahl und der siebenstelligen Rufnummer. Ob gebührenfreie US-Nummern (etwa mit 800 oder 888) mit der deutschen SIM kostenlos oder überhaupt erreichbar sind, hängt vom Anbieter ab; mit einer US-Nummer klappt das in der Regel.
SMS-TAN, Banking und die deutsche Nummer: Wie bleibe ich erreichbar?
Viele Banken, Kreditkartenanbieter und Online-Dienste schicken Bestätigungscodes per SMS an Ihre deutsche Nummer, etwa für die Freigabe einer Kartenzahlung, einer Überweisung oder einer neuen Anmeldung. Wer seine deutsche SIM für die Reise herausnimmt, kommt an diese Codes nicht mehr heran. Deshalb ist die Dual-SIM-Lösung so wichtig:
- Deutsche SIM eingeschaltet lassen: So empfangen Sie SMS und Anrufe auf Ihrer gewohnten Nummer. Datenroaming bleibt für diese Leitung aus. Prüfen Sie in der Preisliste, ob der SMS-Empfang in den USA etwas kostet.
- App-Freigaben vorher testen: Viele Banken arbeiten mit Freigabe-Apps statt SMS. Diese funktionieren über jede Internetverbindung, also auch über eine US-eSIM oder WLAN. Testen Sie vor der Reise, ob die App aktiv ist, und wechseln Sie kurz vor dem Abflug nicht das Smartphone, denn eine Neueinrichtung verlangt oft genau die SMS, die Sie dann nicht bekommen.
- Ersatzweg einrichten: Hinterlegen Sie bei wichtigen Konten eine zweite Methode für die Zwei-Faktor-Anmeldung, etwa eine Authentifizierungs-App, und bewahren Sie Notfall-Codes getrennt vom Handy auf.
- WLAN-Call nutzen: Erlaubt Ihr deutscher Anbieter WLAN-Telefonie, können Sie im Hotel-WLAN unter Ihrer deutschen Nummer telefonieren und angerufen werden. Klären Sie vorher, wie das abgerechnet wird.
Mehr zur Kartenzahlung und zu Sperrnummern lesen Sie im Ratgeber Bezahlen in den USA.
Wie gut ist das Netz in Nationalparks und auf dem Land?
In Städten und entlang der großen Highways ist die Abdeckung meist gut. In Nationalparks, Wüsten, Bergregionen und auf dem Land gibt es dagegen große Funklöcher, und welches Netz wo funktioniert, unterscheidet sich je nach Betreiber. Ein offizielles Beispiel liefert der Nationalpark Yosemite: Empfang gibt es laut Parkverwaltung vor allem im östlichen Yosemite Valley und an einzelnen Punkten; in Tuolumne Meadows hat ein großer Betreiber gar keinen Empfang, ein anderer nur unzuverlässig. Das nächste verlässliche Netz liegt dort außerhalb des Parks.
So bereiten Sie sich vor:
- Offline-Karten laden: In gängigen Karten-Apps lassen sich ganze Regionen vorab herunterladen; Navigation funktioniert dann auch ohne Netz.
- Wichtiges offline speichern: Buchungsbestätigungen, Tickets für Zeitfenster-Einlässe, Mietwagenunterlagen und Wanderkarten als Datei oder Screenshot sichern.
- Netz der eSIM prüfen: Manche Reise-eSIMs nutzen nur ein US-Netz. Für Touren in abgelegene Gebiete lohnt der Blick in die Abdeckungskarten der Betreiber.
- Route hinterlassen: Vor Wanderungen jemandem sagen, wohin Sie gehen und wann Sie zurück sein wollen.
Tipps zur Planung finden Sie in unseren Beiträgen Nationalparks im Westen der USA und Roadtrip durch Kalifornien.
Notruf 911: Funktioniert er auch ohne US-SIM?
Die Notrufnummer in den USA ist die 911 für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Nach den Vorschriften der US-Telekommunikationsbehörde FCC (47 CFR 9.10) müssen Mobilfunkbetreiber alle Notrufe an 911 an die zuständige Notrufzentrale weiterleiten, unabhängig von ihrer üblichen Prüfung, ob ein Vertrag besteht. Voraussetzung ist ein Handy, das technisch mit dem Netz des Betreibers funktioniert. In der Praxis heißt das: Sie können die 911 auch mit Ihrer deutschen SIM, mit einer reinen Daten-eSIM oder ohne aktive SIM wählen, sofern Sie überhaupt ein Mobilfunksignal haben.
Ein paar Punkte sollten Sie kennen:
- Anrufen statt schreiben: Eine Textnachricht an 911 ist nicht überall möglich, und mit einer ausländischen SIM ist nicht sicher, dass sie ankommt. Rufen Sie deshalb an.
- Standort nennen: Sagen Sie, wo Sie sind, etwa Straße, Highway mit Meilenmarkierung oder Name des Wanderwegs.
- Kein Netz, kein Notruf: In Funklöchern hilft auch die 911 nicht. Für abgelegene Touren bieten manche Smartphones einen Satelliten-Notruf; ob er für Ihr Gerät in den USA verfügbar ist, steht beim Hersteller. Alternativ gibt es eigene Notsender.
WLAN in den USA: Wie surfe ich sicher?
Kostenloses WLAN ist in den USA weit verbreitet, aber nicht jedes Netz ist vertrauenswürdig. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass in fremden WLAN-Netzen Daten abgegriffen oder Schadsoftware eingeschleust werden können. Seine Empfehlungen:
- WLAN nur einschalten, wenn Sie es brauchen. Ein abgeschaltetes WLAN bietet keine Angriffsfläche.
- Vertrauliche Daten möglichst nicht über fremde Netze abrufen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, nur über ein VPN (Virtual Private Network), das die Verbindung verschlüsselt. Viele Arbeitgeber stellen eines bereit; privat gibt es Angebote von Internetanbietern und spezialisierten Diensten.
Ergänzend hilft: Fragen Sie im Hotel oder Café nach dem genauen Netznamen, statt das erstbeste offene Netz zu wählen. Schalten Sie die automatische Verbindung mit bekannten Netzen aus, halten Sie Betriebssystem und Apps aktuell und erledigen Sie Online-Banking lieber über die eigene eSIM als über ein offenes Netz. Bei der Auswahl eines VPN-Dienstes lohnt ein Blick auf Sitz, Datenschutzerklärung und unabhängige Tests; kostenlose Angebote finanzieren sich oft auf anderem Weg.
Geschäftsreisende: Dienstgeräte und Gerätedurchsuchung
Mit dem Diensthandy gelten oft eigene Regeln. Viele Firmenverträge enthalten bereits Auslandsoptionen, und eine Geräteverwaltung der IT kann verhindern, dass Sie eine private eSIM hinzufügen. Klären Sie vor der Reise mit Ihrer IT, welcher Tarif gilt, ob eine eSIM erlaubt ist und wie Sie das Firmen-VPN nutzen.
Hinzu kommt die Einreise: Die US-Grenzschutzbehörde CBP darf bei der Einreise Smartphones, Laptops und andere Geräte durchsuchen. Grundlage ist seit 1. Januar 2026 die CBP-Direktive 3340-049B. Sie unterscheidet eine einfache Durchsuchung (manuelle Sichtung) und eine erweiterte Durchsuchung, bei der Daten kopiert oder ausgewertet werden, und erfasst ausdrücklich auch SIM-Karten, USB-Sticks und Smartwatches. Auf Verlangen müssen Sie Geräte zugänglich machen und gegebenenfalls entsperren; Geräte können für eine angemessene Zeit einbehalten werden. Betroffen ist nur ein sehr kleiner Teil der Reisenden, für vertrauliche Firmendaten sollten Sie aber vorsorgen:
- nur die Daten mitnehmen, die Sie auf der Reise wirklich brauchen,
- Geräte verschlüsseln und Firmendaten in der gesicherten Firmenumgebung statt lokal speichern,
- mit der IT klären, ob ein eigenes Reisegerät sinnvoll ist.
Was auf einer Geschäftsreise erlaubt ist, erklären der Leitfaden Geschäftsreise USA und die B-1/B-2-Grundlagen. Wer in den USA länger am Laptop für den deutschen Arbeitgeber arbeiten möchte, sollte vorher den Beitrag Remote arbeiten in den USA mit ESTA lesen.
Checkliste vor dem Abflug
- Mailbox deaktivieren, Datenroaming der deutschen SIM ausschalten
- Preisliste des deutschen Anbieters für die USA prüfen, gegebenenfalls Auslandsoption buchen
- eSIM-Fähigkeit und SIM-Lock prüfen, eSIM zu Hause installieren
- Banking-App und Zwei-Faktor-Anmeldung testen, Notfall-Codes sichern
- Offline-Karten und Buchungsbestätigungen herunterladen
- Notrufnummer 911 einprägen
- Diensthandy: Regeln mit der IT klären
Mit der richtigen Verbindung beginnt eine entspannte Reise schon bei der Landung. Bevor es losgeht, sollten Sie aber die Einreise klären: Unser Visa-Check zeigt in wenigen Minuten, ob ESTA genügt oder ein Visum nötig ist. Bei Visum, Global Entry oder einer individuellen Beratung unterstützen wir Sie gern, alle Pakete finden Sie unter Leistungen.
Häufige Fragen
Brauche ich für die USA eine eSIM?+
Nicht zwingend, aber sie ist meist die günstigste Lösung für mobiles Internet. Alternativen sind eine Auslandsoption Ihres deutschen Tarifs, eine US-Prepaid-SIM mit US-Nummer oder WLAN. Ohne Option kann normales Roaming in den USA teuer werden, weil die EU-Roaming-Regeln dort nicht gelten.
Was kostet eine eSIM für die USA?+
Die Preise schwanken stark. Nach Anbieterangaben und Vergleichsportalen (Stand November 2026) gibt es kleine Datenpakete mit 1 bis 3 GB oft schon für wenige US-Dollar, rund 20 GB für 30 Tage ab etwa 20 US-Dollar. US-Prepaid-Tarife mit Nummer kosten bei großen Netzbetreibern etwa 35 bis 70 US-Dollar im ersten Monat, zuzüglich Steuern und Gebühren.
Gilt EU-Roaming in den USA?+
Nein. „Roam like at home“ gilt nur in der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. In den USA berechnet Ihr Anbieter eigene Roaming-Preise, auch für eingehende Anrufe. Die weltweite Kostenbremse für Daten (standardmäßig 59,50 Euro) greift nur, wenn der US-Netzbetreiber Ihre Nutzung in Echtzeit erfassen kann.
Bekomme ich SMS-TANs in den USA?+
Ja, wenn Ihre deutsche SIM eingeschaltet bleibt. Mit einem Dual-SIM-Handy laufen die Daten über die US-eSIM, während SMS weiter auf der deutschen Nummer ankommen; das Datenroaming der deutschen SIM können Sie ausschalten. Prüfen Sie vorher, ob der SMS-Empfang in Ihrem Tarif etwas kostet, und testen Sie die Freigabe-App Ihrer Bank.
Kann ich ohne US-SIM den Notruf 911 wählen?+
Ja. Nach den FCC-Regeln (47 CFR 9.10) müssen US-Mobilfunkbetreiber alle Anrufe an 911 weiterleiten, unabhängig davon, ob ein Vertrag besteht, sofern das Handy technisch mit dem Netz kompatibel ist. Voraussetzung ist ein Mobilfunksignal. Eine Textnachricht an 911 ist nicht überall möglich, rufen Sie deshalb an.
Wie gut ist der Handyempfang in US-Nationalparks?+
Oft nur in Teilbereichen. Im Yosemite-Nationalpark gibt es laut Parkverwaltung vor allem im östlichen Yosemite Valley Empfang, in Tuolumne Meadows je nach Betreiber gar keinen oder nur unzuverlässigen. Laden Sie deshalb Offline-Karten und Buchungsunterlagen vor der Fahrt herunter.
Ist öffentliches WLAN in den USA sicher?+
Nicht immer. Das BSI rät, über fremde WLAN-Netze möglichst keine vertraulichen Daten abzurufen und andernfalls ein VPN zu nutzen. Fragen Sie nach dem genauen Netznamen und schalten Sie WLAN aus, wenn Sie es nicht brauchen.
Quellen
- Internationales Roaming: Bei WLAN und Mobilfunk Kostenfallen vermeiden (Stand 23.2.2026) · Verbraucherzentrale
- 47 CFR § 9.10 – 911 Service (Basic 911 service, Text-to-911) · U.S. Government Publishing Office / Federal Communications Commission
- Roaming-Optionen für Reisen außerhalb der EU (Preisbeispiel deutscher Netzbetreiber) · Telekom Deutschland
- eSIM-Tarife für die USA im Vergleich (Marktüberblick) · eSIMDB
- Sicherheitstipps im privaten und öffentlichen WLAN · Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
- Border Search of Electronic Devices (Directive 3340-049B) · U.S. Customs and Border Protection (CBP)
- Prepaid Plans (Preisbeispiel US-Netzbetreiber) · Verizon
- Yosemite National Park – Internet Access and Cell Service · National Park Service
- Telefonieren und Surfen im Ausland (Roaming außerhalb der EU, Kostenairbag, WLAN-Calls) · Bundesnetzagentur
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