Reise & Alltag in den USA

Trinkgeld in den USA: Wie viel, wann und wie?

Wie viel Trinkgeld im Restaurant, im Hotel, im Taxi oder beim Friseur üblich ist, wie Sie per Karte Trinkgeld geben und woran Sie eine bereits enthaltene Service Charge erkennen.

US-Visa-Service RedaktionAktualisiert: 4. November 202614 Min. Lesezeit
Barista gießt Milchschaum in einen Kaffeebecher an einer Kaffeebar in Laguna Beach
Die genannten Beträge sind unverbindliche Richtwerte zu Gepflogenheiten (Stand November 2026), keine Rechts- oder Steuerberatung. Über Einreise und Aufenthalt entscheiden allein die US-Behörden.
Inhalt

Trinkgeld in den USA ist kein freiwilliger Bonus, sondern für viele Servicekräfte ein fester Teil ihres Einkommens. Im Restaurant mit Bedienung am Tisch sind 15 bis 20 Prozent auf den Rechnungsbetrag vor Steuer üblich, in Großstädten wie New York gelten 20 Prozent als Standard. In Bars gibt man 1 bis 2 US-Dollar pro Getränk, im Taxi oder bei Uber und Lyft 15 bis 20 Prozent, der Zimmerreinigung einige Dollar pro Nacht. Prüfen Sie vor dem Eintragen immer die Rechnung: Steht dort „Gratuity included“ oder eine „Service Charge“, ist ein Aufschlag bereits enthalten.

Unser Überblick Zum ersten Mal in die USA nennt die Faustregeln. Dieser Ratgeber geht tiefer: Er erklärt, warum das System so funktioniert, wie Sie Trinkgeld auf Kartenbelegen und an Tablet-Kassen richtig angeben, woran Sie versteckte Aufschläge erkennen und wie Sie beim Geschäftsessen oder in einer Gruppe vorgehen. Alle Beträge sind Richtwerte nach dem Stand November 2026, keine gesetzlichen Vorgaben.

Warum ist Trinkgeld in den USA Teil des Lohns?

Der Grund liegt im US-Arbeitsrecht. Der Bundesmindestlohn nach dem Fair Labor Standards Act (FLSA) beträgt 7,25 US-Dollar pro Stunde. Für Beschäftigte, die regelmäßig mehr als 30 US-Dollar Trinkgeld im Monat erhalten („tipped employees“), dürfen Arbeitgeber aber einen Teil dieses Mindestlohns mit dem Trinkgeld verrechnen. Dieser sogenannte Tip Credit beträgt auf Bundesebene bis zu 5,12 US-Dollar. Der Arbeitgeber muss dann nur noch einen Barlohn von 2,13 US-Dollar pro Stunde zahlen. Erreicht der Stundenlohn samt Trinkgeld nicht mindestens 7,25 US-Dollar, muss er die Differenz ausgleichen. So steht es in der Übersicht des US-Arbeitsministeriums (Department of Labor, Stand 1. Juli 2026).

Für die Bedienung im Restaurant bedeutet das: Ihr Trinkgeld ist kein Extra, sondern bezahlt einen großen Teil der Arbeitszeit. Wer gar kein Trinkgeld gibt, kürzt faktisch den Lohn der Person, die Sie bedient hat.

Bundesrecht und Bundesstaaten: Gilt überall derselbe Lohn?

Nein. Die 2,13 US-Dollar sind nur die bundesrechtliche Untergrenze. Viele Bundesstaaten haben höhere Mindestlöhne und eigene Regeln für Trinkgeldberufe:

  • Kein Tip Credit: In Alaska, Kalifornien, Minnesota, Montana, Nevada, Oregon und Washington muss der volle Mindestlohn des Bundesstaats vor Trinkgeld gezahlt werden.
  • Reduzierter Tip Credit: Viele andere Bundesstaaten erlauben die Verrechnung, aber mit einem höheren Barlohn als 2,13 US-Dollar.
  • Bundesrechtliche Untergrenze: Einige Bundesstaaten bleiben beim Barlohn von 2,13 US-Dollar.
  • Städte mit eigenen Regeln: In Washington, D.C., beträgt der Barlohn für Trinkgeldkräfte seit 1. Juli 2026 laut Arbeitsministerium 10,30 US-Dollar, also 56 Prozent des regulären Mindestlohns von 18,40 US-Dollar. Auch Chicago hat eigene, höhere Sätze.

Für Sie als Gast ändert das wenig. Auch in Bundesstaaten ohne Tip Credit wie Kalifornien erwartet die Bedienung am Tisch Trinkgeld, die Gepflogenheiten sind landesweit ähnlich.

Ändert „No Tax on Tips“ etwas für Gäste?

Seit dem Gesetzespaket „One Big Beautiful Bill Act“ dürfen Beschäftigte in typischen Trinkgeldberufen für die Steuerjahre 2025 bis 2028 bis zu 25.000 US-Dollar Trinkgeld pro Jahr von ihrer Bundeseinkommensteuer abziehen (Steuerbehörde IRS). Die Regel betrifft nur die Steuererklärung der Beschäftigten. Am Betrag, den Sie zahlen, und an der Höhe des üblichen Trinkgelds ändert sie nichts. Bemerkenswert ist nur ein Detail: Begünstigt sind ausschließlich freiwillige Trinkgelder. Pflichtaufschläge wie eine automatische „Gratuity“ zählen steuerlich nicht als Trinkgeld.

Wie viel Trinkgeld gibt man wo? Die Übersicht

Die folgenden Werte stützen sich auf die Empfehlungen des Emily Post Institute, einer bekannten US-Instanz für Umgangsformen, und auf den Leitfaden der offiziellen Tourismusorganisation New York City Tourism + Conventions. Wo New York höher liegt, ist das vermerkt.

SituationÜbliches TrinkgeldGut zu wissen
Restaurant mit Tischbedienung15–20 % vom Betrag vor SteuerIn New York gelten 20 % als Standard
Buffet mit Bedienung (Getränke, Abräumen)etwa 10 %Nur wenn jemand am Tisch bedient
Essen zum Mitnehmen (Takeout)freiwillig, 5–10 %Eher bei großen oder aufwendigen Bestellungen
Café oder Coffee-Shop am TresenfreiwilligFür aufwendige Getränke etwa 1 USD
Bar1–2 USD pro Getränk oder 15–20 %In New York 18–20 % bei offener Rechnung („Tab“)
Taxi15–20 % des FahrpreisesBei Hilfe mit dem Gepäck etwas mehr
Uber, Lyft und andere Fahrdienste15–20 %Bequem nachträglich in der App
Zimmerreinigung (Housekeeping)2–5 USD pro NachtIn New York 5–10 USD; täglich hinterlassen
Gepäckträger (Bellhop)1–2 USD pro GepäckstückZusatzservice wie Zimmerlieferung 2–3 USD
Doorman2–5 USD fürs Taxi-RufenFür das Aufhalten der Tür genügt ein Dank
Concierge5–10 USD für Reservierungen oder TicketsFür reine Auskünfte nichts
Valet-Parkservice2–5 USDBei Rückgabe des Wagens
Friseur, Nagelstudio, Spa15–20 %In New York 20 %; auf alle Beteiligten aufteilen
Stadtführung, Tour Guide10–20 % des TourpreisesFahrer von Bustouren ggf. separat
Lieferdienst15–20 %In New York 20 % üblich
Garderobe1–2 USD pro Teil

Trinkgeld ist keine Rechtspflicht, die Werte beschreiben das Übliche. Bei sehr gutem Service gibt man mehr.

Restaurant: Wie viel ist angemessen?

Im Restaurant gilt die Bedienung am Tisch („table service“) als Maßstab. Etwa 15 Prozent signalisieren ordentlichen, aber unauffälligen Service, 18 bis 20 Prozent sind in Städten der Normalfall, mehr als 20 Prozent drücken besondere Zufriedenheit aus. Die Rechnung („check“) kommt in den USA meist ungefragt, oft mit dem Hinweis „No rush“. Bezahlt wird am Tisch: Sie legen Bargeld oder Karte in die Mappe, die Bedienung kassiert und bringt den Beleg zurück, auf dem Sie das Trinkgeld eintragen.

Hotel: Housekeeping, Bellhop und Concierge

Für die Zimmerreinigung empfiehlt es sich, das Trinkgeld täglich zu hinterlassen, nicht erst am Abreisetag. Die Schichten wechseln, und so erreicht das Geld die Person, die an diesem Tag gereinigt hat. Legen Sie die Scheine gut sichtbar mit einem Zettel „Housekeeping – thank you“ aufs Kopfkissen oder den Schreibtisch, damit klar ist, dass es kein vergessenes Geld ist. Viele Hotels reinigen inzwischen nur noch auf Wunsch. Verzichten Sie auf die tägliche Reinigung, fällt das tägliche Trinkgeld weg. Am Ende des Aufenthalts ist dann ein Betrag für die Endreinigung angemessen.

Der Bellhop bekommt sein Trinkgeld, wenn er das Gepäck aufs Zimmer bringt. Beim Room Service lohnt ein Blick auf die Rechnung: Hier ist eine Service Charge häufig schon eingerechnet.

Taxi, Uber und Lyft

In Großstädten zahlen Sie im Taxi oft per Karte am Bildschirm im Fond. Dort werden Prozentstufen vorgeschlagen, die Sie übernehmen oder durch einen eigenen Betrag ersetzen können. Bei Uber und Lyft geben Sie das Trinkgeld nach der Fahrt in der App. Sie müssen das nicht sofort tun: Die Apps erlauben es auch noch einige Zeit später, die Frist nennt der jeweilige Dienst. Die Bewertung des Fahrers und das Trinkgeld sind getrennte Schritte. Hilft der Fahrer mit schweren Koffern, sind 1 bis 2 US-Dollar pro Gepäckstück zusätzlich üblich.

Bar und Nachtleben

An der Bar gibt man pro Getränk 1 bis 2 US-Dollar, bei aufwendigen Cocktails eher am oberen Ende. Wer eine Rechnung offen laufen lässt („open a tab“), hinterlegt die Karte und gibt beim Schließen 15 bis 20 Prozent auf die Summe. Beim Flaschenservice in Clubs („bottle service“) ist ein Serviceaufschlag oft schon Teil der Rechnung, die US-Steuerbehörde IRS nennt ihn als typisches Beispiel.

Friseur, Spa und Kosmetik

Beim Friseur, im Nagelstudio, bei Massagen und Gesichtsbehandlungen sind 15 bis 20 Prozent üblich, in New York 20 Prozent. Haben mehrere Personen Sie betreut, etwa beim Haarewaschen und Schneiden, teilen Sie das Trinkgeld auf. Viele Salons bieten dafür an der Kasse oder auf dem Terminal getrennte Felder an. In Hotel-Spas kann bereits eine Servicepauschale auf der Rechnung stehen, dann ist kein weiteres Trinkgeld nötig.

Stadtführung, Tour Guides und Ausflüge

Für geführte Touren gelten 10 bis 20 Prozent des Tourpreises als üblich. Bei einer Tagestour für 90 US-Dollar pro Person sind das also 9 bis 18 US-Dollar. Auf Bustouren erhalten Reiseleitung und Fahrer oft getrennte Trinkgelder. Bei Pauschalpaketen lohnt ein Blick in die Unterlagen, ob Trinkgelder schon eingerechnet sind.

Valet-Parking und Lieferdienste

Beim Valet-Parking geben Sie 2 bis 5 US-Dollar, wenn der Wagen zurückgebracht wird. Die Parkgebühr selbst ist davon unabhängig. Lieferdienste fragen das Trinkgeld meist schon bei der Bestellung in der App ab. In New York sind 20 Prozent üblich, bei großen Bestellungen, schlechtem Wetter oder vielen Treppen ist ein Aufschlag eine nette Geste.

Wie gebe ich Trinkgeld bei Kartenzahlung?

Viele Restaurants rechnen in zwei Schritten ab: erst der Rechnungsbetrag, dann das Trinkgeld auf dem Beleg. So gehen Sie vor:

  1. Rechnung prüfen: Schauen Sie auf Steuer („Tax“), Zwischensumme („Subtotal“) und mögliche Zeilen wie „Gratuity“ oder „Service Charge“.
  2. Karte übergeben: Legen Sie die Karte in die Rechnungsmappe. Die Bedienung bringt zwei Belege zurück, die „Merchant Copy“ für das Restaurant und die „Customer Copy“ für Sie.
  3. Trinkgeld eintragen: Schreiben Sie auf der Merchant Copy den Betrag in die Zeile „Tip“ oder „Gratuity“ und die Summe in die Zeile „Total“.
  4. Unterschreiben: Unterschreiben Sie die Merchant Copy und lassen Sie sie in der Mappe. Die Customer Copy nehmen Sie mit, am besten ebenfalls mit eingetragenem Betrag.
  5. Abrechnung kontrollieren: Auf dem Konto kann zunächst nur der Rechnungsbetrag erscheinen. Der endgültige Betrag mit Trinkgeld wird oft erst einige Tage später gebucht. Vergleichen Sie ihn mit Ihrem Beleg.

Immer häufiger bringt die Bedienung stattdessen ein mobiles Terminal an den Tisch. Dort wählen Sie eine Prozentstufe, tippen über „Custom Tip“ einen eigenen Betrag ein oder wählen „No Tip“. Wer lieber bar gibt, zahlt die Rechnung mit Karte, wählt „No Tip“ und lässt das Trinkgeld in Scheinen auf dem Tisch. Fragt das Terminal, ob in Euro oder in US-Dollar abgerechnet werden soll, wählen Sie US-Dollar. Warum, erklärt unser Ratgeber Bezahlen in den USA.

Tip-Bildschirme an der Kasse: Muss ich da Trinkgeld geben?

Nicht unbedingt. An Tablet-Kassen in Cafés, Bäckereien, Food Trucks oder Selbstbedienungsläden erscheint oft ein Bildschirm mit Vorschlägen wie 18, 20 und 25 Prozent. In den USA wird dieses Phänomen als „Tipflation“ oder „Tip Creep“ diskutiert. Laut einer Umfrage des Pew Research Center mit knapp 12.000 Erwachsenen sagen 72 Prozent der Amerikaner, Trinkgeld werde heute an mehr Orten erwartet als fünf Jahre zuvor. 40 Prozent lehnen vorgeschlagene Trinkgeldbeträge ab, nur 24 Prozent befürworten sie. Während 92 Prozent im Restaurant mit Bedienung immer oder oft Trinkgeld geben, tut das im Coffee-Shop nur ein Viertel.

Für Reisende heißt das: Am Tresen ohne Bedienung ist Trinkgeld freiwillig. „No Tip“ oder „Skip“ zu wählen ist kein Fauxpas. Möchten Sie etwas geben, sind ein oder zwei Dollar über „Custom“ oft passender als ein voreingestellter Prozentsatz.

Tipp: Lesen Sie Tip-Bildschirme in Ruhe. Die Vorschläge sind mitunter auf den Betrag nach Steuer gerechnet und beginnen bei Werten, die über den üblichen Spannen liegen. Mit „Custom“ behalten Sie die Kontrolle.

Service Charge und „Gratuity included“: Was ist schon bezahlt?

Manche Rechnungen enthalten bereits einen Aufschlag. Dann ist kein oder nur ein kleines zusätzliches Trinkgeld nötig. Achten Sie auf diese Begriffe:

  • „Gratuity included“, „Auto-Gratuity“: Ein Trinkgeld ist bereits fest eingerechnet, häufig bei Gruppen.
  • „Service Charge“, „Service Fee“: ein Pflichtaufschlag des Hauses. Er ersetzt oft das Trinkgeld, muss aber nicht vollständig beim Personal ankommen.
  • „Surcharge“, „Kitchen Appreciation Fee“ oder ähnliche Zuschläge: Damit decken Betriebe etwa Löhne in der Küche oder Betriebskosten. Ob ein solcher Zuschlag das Trinkgeld ersetzt, ist nicht einheitlich, fragen Sie nach.
  • „Suggested Gratuity“: nur ein Rechenvorschlag am Fuß der Rechnung, nichts ist berechnet.

Die US-Steuerbehörde IRS stellt klar: Automatische Gratuities sind Service Charges, keine Trinkgelder. Ein echtes Trinkgeld ist freiwillig, und der Gast bestimmt die Höhe. Die IRS weist auch darauf hin, dass manche Arbeitgeber einen Teil der Service Charges behalten. Fragen Sie im Zweifel freundlich nach: „Does the service charge go to the staff?“

Regional gibt es zusätzliche Vorgaben. In Kalifornien dürfen Restaurants Pflichtaufschläge nur erheben, wenn sie klar und deutlich mit ihrem Zweck auf der Karte oder überall dort stehen, wo Preise genannt werden (Gesetz SB 478, ergänzt durch SB 1524). Einen variablen Aufschlag, der erst auf der Rechnung auftaucht, untersagt das Gesetz.

Achtung, Doppelzahlung: Ein häufiger Fehler ist eine Rechnung mit bereits eingerechneter Gratuity und trotzdem leerer Tip-Zeile auf dem Kartenbeleg. Wer dort noch einmal 20 Prozent einträgt, zahlt doppelt.

Gruppen-Aufschläge: Was gilt ab sechs Personen?

Viele Restaurants schlagen bei größeren Gruppen automatisch eine Gratuity auf. Die Schwelle, oft sechs oder acht Personen, und der Prozentsatz stehen meist auf der Speisekarte. Bei einer Gruppe von acht Personen mit 400 US-Dollar Rechnung vor Steuer und 18 Prozent Gratuity stehen 72 US-Dollar auf der Rechnung. Ein weiteres Trinkgeld ist dann nur bei außergewöhnlichem Service üblich. Möchte die Gruppe getrennt zahlen („separate checks“), sagen Sie das am besten schon bei der Bestellung.

Trinkgeld vor oder nach Steuer?

Nach US-Etikette berechnen Sie das Trinkgeld auf den Betrag vor Steuer. Das empfehlen sowohl das Emily Post Institute als auch NYC Tourism. In der Praxis ist der Unterschied klein, und wer auf den Endbetrag rechnet, macht nichts falsch.

Ein Rechenbeispiel aus New York, wo die Sales Tax 8,875 Prozent beträgt:

PostenBetrag
Essen und Getränke (Subtotal)80,00 USD
Sales Tax 8,875 %7,10 USD
Rechnungssumme87,10 USD
20 % Trinkgeld auf den Betrag vor Steuer16,00 USD
Gesamt103,10 USD

Auf den Betrag nach Steuer gerechnet wären es 17,42 US-Dollar, also 1,42 US-Dollar mehr. Wer im Kopf rechnen will, kann in New York die Steuer verdoppeln: 2 × 7,10 ergibt 14,20 US-Dollar, das entspricht knapp 18 Prozent.

Wann gibt man weniger oder kein Trinkgeld?

Trinkgeld bleibt eine Anerkennung für Service. Weniger oder nichts zu geben, ist in diesen Fällen vertretbar:

  • Aufschlag schon enthalten: Steht eine Gratuity oder eine ausdrücklich ans Personal gehende Service Charge auf der Rechnung, ist kein weiteres Trinkgeld nötig.
  • Selbstbedienung: Bei Fast Food, am Tresen ohne Tischservice und am Automaten ist Trinkgeld freiwillig.
  • Restaurants ohne Trinkgeld: Manche Häuser arbeiten mit „No Tipping“ oder „Hospitality Included“. Sie haben höhere Preise oder einen Aufschlag, was meist auf Karte oder Rechnung vermerkt ist.
  • Mangelhafter Service: Kürzen Sie eher auf 10 bis 15 Prozent als auf null, und sprechen Sie Probleme direkt an, im Zweifel beim Manager. Für eine langsame Küche kann die Bedienung oft nichts.

Kein Trinkgeld gehört zu Behördenkontakten. Beamten an der Grenze, bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen oder bei der Polizei bieten Sie niemals Geld an.

Wie läuft Trinkgeld beim Geschäftsessen?

Beim Geschäftsessen zahlt in den USA in der Regel, wer eingeladen hat, und zwar einschließlich Trinkgeld. Als Gast geben Sie kein eigenes Trinkgeld. Laden Sie selbst ein, rechnen Sie in Großstädten mit 18 bis 20 Prozent und zahlen Sie möglichst diskret, etwa indem Sie die Karte vorab an die Bedienung geben.

Für die Reisekostenabrechnung brauchen Sie meist zwei Belege: die Einzelaufstellung („itemized receipt“) mit allen Speisen und Getränken und den unterschriebenen Kartenbeleg mit Trinkgeld. Welche Trinkgeldhöhe Ihr Unternehmen erstattet und wie die Kosten in Deutschland steuerlich zu behandeln sind, regeln Ihre Reiserichtlinie und Ihre Steuerberatung. Bei Banketten und Firmenveranstaltungen ist eine Service Charge üblich, die IRS nennt die „banquet event fee“ als typisches Beispiel. Weitere Gepflogenheiten für Termine vor Ort beschreibt unser Leitfaden Geschäftsreise USA.

Gibt es regionale Unterschiede beim Trinkgeld?

Die Spannen gelten landesweit, die Erwartungen schwanken aber:

  • Großstädte: In New York gelten 20 Prozent als Standard, und auch Housekeeping wird höher angesetzt (5–10 US-Dollar pro Tag). Mehr zur Stadt in unserem Ratgeber New York City.
  • Bundesstaaten ohne Tip Credit: In Kalifornien, Washington oder Oregon gilt der volle Mindestlohn, Trinkgeld ist trotzdem üblich. In Kalifornien müssen Pflichtaufschläge zudem auf der Karte stehen. Mehr zur Westküste im Kalifornien-Roadtrip.
  • Steuersatz: Weil die Sales Tax je nach Ort unterschiedlich hoch ist, schwankt auch der Unterschied zwischen Trinkgeld vor und nach Steuer.

Bargeld oder Karte fürs Trinkgeld?

Im Restaurant, im Taxi und in Apps geben Sie Trinkgeld bequem per Karte. Für Housekeeping, Gepäckträger, Valet und Garderobe brauchen Sie dagegen kleine Scheine. Planen Sie dafür einen Vorrat an 1- und 5-Dollar-Scheinen ein. Ein Beispiel: Bei fünf Nächten Hotel und 4 US-Dollar Housekeeping pro Nacht, zweimal Valet zu je 3 US-Dollar und zwei Koffern beim Check-in kommen rund 30 US-Dollar in kleinen Scheinen zusammen. Wie viel Bargeld insgesamt sinnvoll ist, lesen Sie im Ratgeber Bezahlen in den USA.

Nächste Schritte

Vor dem Trinkgeld steht die Einreise. Unser Visa-Check zeigt in wenigen Minuten, ob ESTA genügt oder ein Visum nötig ist, die Unterschiede erklärt ESTA oder Visum. Bei Visumantrag, Global Entry oder individuellen Fragen unterstützen wir Sie gern, alle Leistungen im Überblick. Dieser Artikel ist eine unverbindliche Orientierung zu Gepflogenheiten. Über Einreise und Aufenthalt entscheiden allein die US-Behörden.

Häufige Fragen

Wie viel Trinkgeld gibt man in den USA im Restaurant?+

In Restaurants mit Bedienung am Tisch sind 15 bis 20 Prozent auf den Rechnungsbetrag vor Steuer üblich. In Großstädten wie New York gelten 20 Prozent als Standard. Ist bereits eine Gratuity oder Service Charge auf der Rechnung, entfällt ein weiteres Trinkgeld weitgehend.

Wie viel Trinkgeld gibt man im Hotel für die Zimmerreinigung?+

Üblich sind 2 bis 5 US-Dollar pro Nacht, in New York laut der offiziellen Tourismusorganisation 5 bis 10 US-Dollar pro Tag. Legen Sie das Geld täglich mit einem kurzen Dankeszettel hin, weil die Reinigungskräfte wechseln. Gepäckträger erhalten etwa 1 bis 2 US-Dollar pro Gepäckstück.

Gibt man in den USA Trinkgeld vor oder nach Steuer?+

Nach US-Etikette wird Trinkgeld auf den Betrag vor Steuer berechnet. Der Unterschied ist gering: Bei 80 US-Dollar Rechnung und 8,875 Prozent Steuer in New York sind 20 Prozent vor Steuer 16 US-Dollar, nach Steuer 17,42 US-Dollar. Wer auf den Endbetrag rechnet, macht nichts falsch.

Was bedeutet „Gratuity included“ oder „Service Charge“ auf der Rechnung?+

Dann ist ein Aufschlag bereits berechnet, oft bei Gruppen ab sechs oder acht Personen. Die US-Steuerbehörde IRS wertet solche automatischen Aufschläge als Service Charge, nicht als Trinkgeld, und weist darauf hin, dass Arbeitgeber einen Teil davon behalten können. Ein weiteres Trinkgeld ist meist nicht nötig; fragen Sie im Zweifel nach, ob der Betrag beim Personal ankommt.

Muss ich an Tip-Bildschirmen im Café Trinkgeld geben?+

Nein. Am Tresen ohne Tischbedienung ist Trinkgeld in den USA freiwillig, „No Tip“ oder „Skip“ ist kein Fauxpas. Laut Pew Research Center gibt nur ein Viertel der Amerikaner im Coffee-Shop immer oder oft Trinkgeld. Wer etwas geben möchte, wählt über „Custom“ einen kleinen Betrag.

Wie viel Trinkgeld bekommen Taxi-, Uber- und Lyft-Fahrer?+

Für Taxis und Fahrdienste wie Uber oder Lyft sind 15 bis 20 Prozent des Fahrpreises üblich. Bei Uber und Lyft geben Sie das Trinkgeld nach der Fahrt in der App, auch noch einige Zeit später. Hilft der Fahrer mit schwerem Gepäck, sind 1 bis 2 US-Dollar pro Stück zusätzlich angemessen.

Warum ist Trinkgeld in den USA so wichtig?+

Nach US-Bundesrecht dürfen Arbeitgeber Beschäftigten, die regelmäßig Trinkgeld erhalten, nur 2,13 US-Dollar Barlohn pro Stunde zahlen und das Trinkgeld bis zum Mindestlohn von 7,25 US-Dollar anrechnen. Viele Bundesstaaten verlangen mehr, sieben zahlen den vollen Mindestlohn. Trinkgeld bleibt trotzdem landesweit ein erwarteter Teil des Einkommens.

Quellen

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US-Visa-Service Redaktion

Fachredaktion Einreise & US-Visa

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