Einreise & Grenze

Medikamente mitnehmen in die USA: Regeln für Einreise, Flug und Rückreise

Welche Medikamente Sie in die USA mitnehmen dürfen, was für ADHS-Mittel, starke Schmerzmittel, Cannabis und CBD gilt und wie Insulin und flüssige Medikamente sicher durch die Kontrolle kommen.

US-Visa-Service RedaktionAktualisiert: 4. November 202613 Min. Lesezeit
Wochen-Tablettenbox mit Tabletten und Kapseln, daneben lose Medikamente und Vitamintabletten
Dieser Artikel ist eine unverbindliche Orientierung und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Welche Medikamente Sie in welcher Menge mitnehmen, klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab. Über die Einreise und mitgeführte Medikamente entscheiden allein die US-Behörden.
Inhalt

Medikamente für den eigenen Bedarf dürfen Sie in die USA mitnehmen. Die Grenzbehörde CBP empfiehlt die Originalverpackung, ein Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch und als Faustregel höchstens einen Vorrat für 90 Tage; die Arzneimittelbehörde FDA erlaubt ausländischen Reisenden einen 90-Tage-Vorrat. Strenger sind die Regeln für kontrollierte Substanzen wie viele ADHS-Medikamente, starke Schmerzmittel oder Benzodiazepine: Sie müssen in der Originalverpackung sein und bei der Einreise angemeldet werden. Cannabis bleibt bei der Einreise bundesrechtlich verboten, auch mit Rezept und auch wenn es im Zielstaat legal ist.

Dieser Ratgeber vertieft den kurzen Hinweis zu Medikamenten in unserem Überblick Erste USA-Reise: Tipps und ergänzt den Artikel USA-Einreise: CBP und Zoll. Er erklärt die Regeln von FDA, CBP, der Drogenbehörde DEA und der Sicherheitsbehörde TSA, gibt aber keinen medizinischen Rat. Welche Medikamente Sie in welcher Menge mitnehmen und ob es für die Reise Alternativen gibt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. Über die Einreise entscheiden allein die US-Behörden.

Welche Regeln gelten für Medikamente bei der Einreise in die USA?

Grundsätzlich ist es in den USA verboten, Arzneimittel für den persönlichen Gebrauch einzuführen, schreibt die FDA. Für Besucher macht sie aber eine klare Ausnahme: Ausländische Staatsangehörige dürfen einen Vorrat für 90 Tage mitbringen oder sich schicken lassen. Wer länger bleibt, kann sich weitere Medikamente nachsenden lassen. Die FDA nennt dafür als Begleitunterlagen eine Kopie von Visum und Pass, ein ärztliches Schreiben und eine Kopie des Rezepts auf Englisch.

Die CBP, die Sie bei der Ankunft kontrolliert, gibt für Besucher diese Empfehlungen:

  • Originalverpackung: Das Medikament sollte in der Originalverpackung sein, am besten mit den Einnahmehinweisen.
  • Nachweis auf Englisch: Führen Sie ein gültiges Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch mit.
  • Nur Eigenbedarf: Nehmen Sie nicht mehr mit, als Sie während des Aufenthalts brauchen, als Faustregel höchstens für 90 Tage.
  • Kontrollierte Substanzen: Fällt ein Medikament unter das Betäubungsmittelrecht der USA, gelten zusätzlich die Vorgaben der DEA.

Auch das Auswärtige Amt rät, regelmäßig einzunehmende Medikamente mitzunehmen und sich ihre Notwendigkeit für die Einreise gegebenenfalls ärztlich auf Englisch bescheinigen zu lassen. Gefälschte Arzneimittel und angebliche Wundermittel dürfen nach Angaben der CBP nicht eingeführt werden.

Was gehört in die ärztliche Bescheinigung?

Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben. Bewährt hat sich ein kurzes Schreiben auf Englisch, am besten auf Praxisbriefpapier mit Stempel und Unterschrift, das diese Angaben enthält:

  • Ihr Name und Geburtsdatum, wie im Reisepass,
  • der Wirkstoff jedes Medikaments (international gebräuchlicher Name) und zusätzlich der Handelsname,
  • Darreichungsform, Einzel- und Tagesdosis sowie die mitgeführte Menge,
  • Reisedauer und Reiseziel,
  • benötigte Hilfsmittel wie Spritzen, Pens, Insulinpumpe oder Glukosesensor,
  • Kontaktdaten der Praxis für Rückfragen.

Der Wirkstoffname ist wichtig, weil Handelsnamen in den USA oft anders lauten. Die Diagnose muss nicht in jedem Fall genannt werden; was sinnvoll ist, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

So bereiten Sie die Reise mit Medikamenten vor

  1. Früh mit der Praxis sprechen, am besten sechs bis acht Wochen vor Abflug: Welche Menge brauchen Sie, fällt ein Wirkstoff unter das US-Betäubungsmittelrecht, gibt es für verbotene Wirkstoffe eine Alternative?
  2. Bescheinigung auf Englisch ausstellen lassen. Für Betäubungsmittel nach deutschem Recht kommt eine amtliche Beglaubigung hinzu, mehr dazu unten.
  3. Vorrat in Originalverpackung packen, höchstens für 90 Tage und mit einem kleinen Puffer für Verspätungen.
  4. Alles ins Handgepäck legen. Koffer können verloren gehen oder verspätet ankommen. Flüssige Medikamente und Insulin halten Sie für die Sicherheitskontrolle getrennt bereit.
  5. Bei der Einreise ehrlich antworten und kontrollierte Substanzen beim CBP-Beamten anmelden.
  6. Kopien sichern: Rezept, Bescheinigung und Versicherungsdaten als Foto im Handy und auf Papier.

Was gilt für ADHS-Medikamente, starke Schmerzmittel und Schlafmittel?

Die USA teilen Betäubungsmittel und andere kontrollierte Substanzen in fünf Listen ein, die sogenannten Schedules I bis V der DEA (21 CFR Part 1308). Schedule I umfasst Stoffe ohne anerkannten medizinischen Nutzen, Schedule V die mit dem geringsten Missbrauchspotenzial. Viele Medikamente, die in Deutschland ganz normal verordnet werden, stehen auf diesen Listen (Stand der Listen 2. November 2026):

  • Schedule II: ADHS-Wirkstoffe wie Methylphenidat, Lisdexamfetamin und Amphetamin; starke Schmerzmittel wie Oxycodon, Morphin, Hydromorphon, Fentanyl und Tapentadol; Codein als Reinstoff.
  • Schedule IV: Benzodiazepine wie Diazepam, Lorazepam, Alprazolam und Clonazepam; Schlafmittel wie Zolpidem und Zopiclon; außerdem Tramadol und Modafinil.
  • Schedule V: unter anderem Pregabalin.
  • Schedule I: unter anderem Marihuana und das in Deutschland verbreitete Schmerzmittel Tilidin.

Für Schedule II bis V gibt es eine Ausnahme für den persönlichen medizinischen Bedarf (21 CFR 1301.26). Sie dürfen ein solches Medikament einführen, wenn Sie es rechtmäßig für sich erhalten haben und zwei Bedingungen erfüllen: Das Medikament ist in dem Originalbehälter, in dem es an Sie abgegeben wurde, und Sie melden es dem Zollbeamten an. Dabei erklären Sie, dass es für Ihren persönlichen Gebrauch bestimmt ist, und nennen Handels- oder Wirkstoffname und die Menge. Die in derselben Vorschrift genannte Obergrenze von 50 Einheiten gilt nur für Personen mit Wohnsitz in den USA, die Medikamente im Ausland gekauft haben.

Für Schedule I gibt es diese Ausnahme nicht. Ein Medikament mit Tilidin dürfen Sie deshalb auch mit deutschem Rezept nicht in die USA mitnehmen. Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine Alternative für die Reisezeit und setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab.

Viele dieser Wirkstoffe sind auch in Deutschland Betäubungsmittel, darunter gängige ADHS-Medikamente und starke Schmerzmittel wie Morphin. Für Reisen in Länder außerhalb des Schengen-Raums empfiehlt die Bundesopiumstelle beim BfArM eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung nach dem Leitfaden des Internationalen Suchtstoffkontrollamts (INCB) mit Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Reisedauer. Diese Bescheinigung muss von der obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt werden. Der Leitfaden sieht eine Mitnahme für höchstens 30 Tage vor; bei längeren Reisen klären Sie das Vorgehen mit Praxis und Behörde. Planen Sie für die Beglaubigung Zeit ein. Ob ein Medikament in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, sagen Ihnen Praxis oder Apotheke.

Achtung: Tilidin und Cannabis stehen in den USA in Schedule I. Für sie gibt es keine Ausnahme für Reisende, auch nicht mit Rezept oder Bescheinigung.

Cannabis und CBD: Was ist bei der Einreise erlaubt?

Cannabis (Marihuana) dürfen Sie nicht in die USA einführen, auch nicht als Medizinalcannabis mit deutschem Rezept. Bundesrechtlich steht Marihuana weiterhin in Schedule I (Stand November 2026). Seit April 2026 gelten nur in den USA staatlich lizenziertes medizinisches Marihuana und von der FDA zugelassene Präparate als Schedule III; deutsches Medizinalcannabis fällt nicht darunter. Für Schedule I gilt die Ausnahme für den persönlichen Bedarf nicht. Daran ändert es nichts, dass Cannabis in vielen Bundesstaaten für medizinische oder private Zwecke erlaubt ist, und auch nicht, dass der Besitz in Deutschland inzwischen teilweise legal ist. Flughäfen und Grenzübergänge kontrolliert die CBP als Bundesbehörde, und dort gilt Bundesrecht. Das Auswärtige Amt warnt, dass schon der Besitz geringster Mengen von Rauschmitteln zu langjährigen Haftstrafen und Einreisesperren führen kann.

Wer in Deutschland Cannabis oder ein cannabinoidhaltiges Arzneimittel verordnet bekommt, sollte vor der Reise mit der Ärztin oder dem Arzt klären, wie die Behandlung während des Aufenthalts weitergehen kann.

Bei CBD ist die Lage verwickelter. Nach US-Bundesrecht gilt Hanf mit höchstens 0,3 Prozent THC in der Trockenmasse nicht als Marihuana. Der Kongress hat diese Definition mit einem Gesetz vom November 2025 (Public Law 119-37) aber verschärft: Fertige Hanfprodukte mit mehr als 0,4 Milligramm THC pro Packung sowie Produkte mit künstlich hergestellten Cannabinoiden gelten dann nicht mehr als Hanf. Die neuen Regeln greifen gestaffelt ab Ende 2026. Viele Vollspektrum-Öle aus Deutschland dürften die neue Grenze überschreiten, und welchen THC-Gehalt ein Produkt wirklich hat, kann an der Grenze niemand verlässlich belegen.

Tipp: Lassen Sie CBD-Öle, -Kapseln, -Fruchtgummis und Liquids zu Hause. Das Risiko einer Beschlagnahme oder weiterer Folgen steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Insulin, Spritzen und flüssige Medikamente im Flugzeug

Für flüssige Medikamente gilt die 100-Milliliter-Regel der Sicherheitskontrolle nicht. Die TSA, die in den USA die Sicherheitskontrollen an Flughäfen durchführt, erlaubt medizinisch notwendige Flüssigkeiten, Gele und Sprays in angemessener Menge für die Reise im Handgepäck. Sie müssen sie an der Kontrolle aber anmelden und zur Prüfung vorlegen. Diese Regeln gelten bei Inlandsflügen und beim Abflug aus den USA. Beim Hinflug aus Deutschland gelten die europäischen Kontrollregeln, die flüssige Medikamente in der Regel ebenfalls zulassen; fragen Sie im Zweifel Ihre Airline.

Was die TSA zu Medikamenten und Hilfsmitteln vorgibt:

  • Tabletten und andere feste Formen werden ebenfalls kontrolliert. Eine klare Beschriftung erleichtert die Prüfung.
  • Kühlakkus, Gelpacks und anderes Zubehör zum Kühlen medizinisch notwendiger Flüssigkeiten dürfen Sie zur Kontrolle mitbringen.
  • Spritzen, Pumpen und Infusionsbeutel, die zu medizinischen Flüssigkeiten gehören, werden mitkontrolliert.
  • Wenn flüssige Medikamente nicht geröntgt oder geöffnet werden sollen, sagen Sie das dem Personal. Dann folgt eine andere Prüfung.
  • Geräte am Körper wie eine Insulinpumpe oder ein Glukosesensor müssen Sie nicht abnehmen. Sie können darum bitten, sie nicht zu röntgen; dann ist eine zusätzliche Kontrolle möglich, etwa ein Abtasten des Geräts.
  • Mit der TSA Notification Card können Sie das Personal diskret auf eine Erkrankung oder ein Hilfsmittel hinweisen. Über das Programm TSA Cares lässt sich vorab Unterstützung an der Kontrolle anfragen.

Für Insulin gilt außerdem: Nehmen Sie ausreichend Vorrat und Ersatzmaterial mit, kennzeichnen Sie Insulin eindeutig und fragen Sie in der Apotheke, wie lange Ihr Insulin ungekühlt haltbar ist. Wie Sie bei mehreren Stunden Zeitverschiebung dosieren, besprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Diabetesteam. Die allgemeinen Regeln für Flüssigkeiten, Umstiege und die zweite Sicherheitskontrolle erklärt unser Ratgeber Umsteigen und Inlandsflüge in den USA.

Gilt ein deutsches Rezept in US-Apotheken?

In der Regel nicht. US-Apotheken geben rezeptpflichtige Medikamente in aller Regel nur auf Verordnung von Ärztinnen und Ärzten ab, die in den USA zugelassen sind. Für kontrollierte Substanzen schreibt das Bundesrecht ausdrücklich vor, dass nur eine Person verschreiben darf, die dafür in ihrem Bundesstaat zugelassen und bei der DEA registriert ist (21 CFR 1306.03). Gehen Ihnen unterwegs Medikamente aus, gehen Sie so vor:

  1. Notruf-Hotline Ihres Versicherers anrufen. Sie kann Praxen in der Nähe nennen und klären, welche Kosten übernommen werden.
  2. Eine Praxis oder Urgent-Care-Praxis aufsuchen. Eine US-Ärztin oder ein US-Arzt kann ein neues Rezept ausstellen, das Sie in einer US-Apotheke einlösen. Zeigen Sie dort Ihre englische Bescheinigung mit dem Wirkstoffnamen vor.
  3. Belege aufheben. Rechnung, Rezept und Apothekenquittung brauchen Sie für die Erstattung. Was eine Auslandskrankenversicherung leisten sollte, erklärt unser Ratgeber Auslandskrankenversicherung für die USA.
  4. Nachsenden nur mit Unterlagen. Die FDA lässt zu, dass Besucher weitere Medikamente nachgeschickt bekommen, wenn Kopien von Pass oder Visum, ein ärztliches Schreiben und ein Rezept auf Englisch beiliegen. Bei kontrollierten Substanzen entscheidet die DEA, ob eine Einfuhr möglich ist; verlassen Sie sich darauf nicht.

Bestellen Sie keine Medikamente bei unbekannten Online-Apotheken. Gefälschte oder nicht zugelassene Arzneimittel dürfen nicht eingeführt werden und können gefährlich sein.

Melatonin und rezeptfreie Mittel in den USA

In US-Drogerien und Supermärkten gibt es viele Mittel ohne Rezept, die in Deutschland nur in der Apotheke oder gar nicht erhältlich sind. Ein bekanntes Beispiel ist Melatonin. In den USA gilt es als Nahrungsergänzungsmittel und wird deshalb weniger streng überwacht als ein Arzneimittel, erklärt das US-Gesundheitsinstitut NCCIH; in mehreren anderen Ländern ist es nur auf Rezept erhältlich. Die Qualität schwankt: In einer Studie von 2017 stimmte bei den meisten von 31 untersuchten Präparaten die enthaltene Menge nicht mit dem Etikett überein. Wer andere Medikamente nimmt, sollte Melatonin laut NCCIH nur nach Rücksprache einnehmen, bei Epilepsie oder Blutverdünnern nur unter ärztlicher Aufsicht.

Für andere rezeptfreie Mittel gilt: Prüfen Sie Wirkstoff und Dosierung, denn Packungsgrößen und Stärken unterscheiden sich oft von deutschen Präparaten. In der Apotheke („pharmacy“) berät Sie die Apothekerin oder der Apotheker („pharmacist“). Manche Erkältungsmittel, etwa mit Pseudoephedrin, stehen laut FDA hinter dem Tresen und werden nur gegen Lichtbildausweis und in begrenzter Menge verkauft.

Rückreise nach Deutschland: Zoll und Betäubungsmittel

Bei der Rückkehr nach Deutschland dürfen Sie laut Zoll Arzneimittel in einer Menge einführen, die Ihrem üblichen persönlichen Bedarf entspricht, also höchstens für drei Monate je Arzneimittel. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Medikamente aus Deutschland mitgenommen oder in den USA gekauft haben und ob sie in Deutschland zugelassen sind. Achtung: Nahrungsergänzungsmittel, hoch dosierte Vitamine oder pflanzliche Mittel können in Deutschland als Arzneimittel gelten, vor allem wenn sie als Mittel gegen Krankheiten angeboten werden. Verboten sind unter anderem gefälschte Arzneimittel und bestimmte Dopingmittel wie Testosteron in nicht geringer Menge.

Für Betäubungsmittel gilt: Ärztlich verschriebene Mittel für den eigenen Bedarf dürfen Sie in der für die Reise angemessenen Menge aus- und wieder einführen; als Nachweis dient die ärztliche Bescheinigung. Bei der Einreise aus Ländern außerhalb des Schengen-Raums wie den USA empfiehlt der Zoll die mehrsprachige Bescheinigung mit Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoff und Reisedauer, die Sie schon für die Hinreise brauchen.

Die bekannte Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens gilt dagegen nur für Reisen in Schengen-Staaten, höchstens 30 Tage und für jedes Betäubungsmittel einzeln. Für die USA ersetzt sie die mehrsprachige Bescheinigung nicht. Relevant wird sie, wenn Sie Ihre USA-Reise mit einem Aufenthalt in einem anderen Schengen-Staat verbinden, etwa einem Stopover in Paris oder Amsterdam. Auch sie muss vor der Reise von der zuständigen Landesbehörde beglaubigt werden.

Übersicht: Welche Regel gilt für welches Medikament?

Die Tabelle fasst die Regeln für die Einreise in die USA und die Rückreise nach Deutschland zusammen (Stand November 2026). Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

MedikamentenartRegelNachweis
Rezeptpflichtige Medikamente ohne Betäubungsmittelstatus, etwa gegen BluthochdruckEigenbedarf, höchstens 90 Tage (FDA, CBP)Originalverpackung, Rezept oder ärztliche Bescheinigung auf Englisch
Kontrollierte Substanzen der Schedules II bis V, etwa ADHS-Mittel, starke Schmerzmittel, Benzodiazepine, Zolpidem, Tramadol, PregabalinEinfuhr für den persönlichen Bedarf erlaubt; beim CBP-Beamten anmelden (21 CFR 1301.26)Originalbehälter, englische Bescheinigung mit Wirkstoff und Dosis; bei deutschen Betäubungsmitteln beglaubigte mehrsprachige Bescheinigung
Schedule I, etwa Tilidin, Cannabis und MedizinalcannabisEinfuhr verboten, auch mit Rezeptkeine Ausnahme; Alternative mit der Ärztin klären
CBD-Produktenur Hanf mit sehr wenig THC ist kein Marihuana; Regeln werden verschärftEmpfehlung: zu Hause lassen
Flüssige Medikamente, Insulin, Pens, SpritzenTSA: mehr als 100 ml in angemessener Menge erlaubt; an der Kontrolle anmeldenKennzeichnung, ärztliche Bescheinigung; Kühlakkus erlaubt
Geräte am Körper wie Insulinpumpe oder Glukosesensorbleiben am Körper; Röntgen auf Wunsch vermeidbar, dann Zusatzkontrolleärztliche Bescheinigung, TSA Notification Card
Rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzung wie Melatoninin den USA oft frei erhältlich; nach Deutschland bis zum DreimonatsbedarfOriginalverpackung, Kaufbeleg
Betäubungsmittel bei der Rückkehr nach Deutschlandangemessene Menge für die Reisedauer (Zoll)mehrsprachige ärztliche Bescheinigung; bei Schengen-Zwischenstopp Bescheinigung nach Artikel 75

Nächste Schritte

Beginnen Sie mit dem Gespräch in Ihrer Praxis und klären Sie, welche Ihrer Medikamente unter das US-Betäubungsmittelrecht fallen. Danach folgen Bescheinigung, gegebenenfalls Beglaubigung und das Packen ins Handgepäck. Was Sie an der Grenze sonst erwartet, von der Passkontrolle bis zur Zollerklärung, erklärt unser Artikel USA-Einreise: CBP und Zoll.

Ob Sie für Ihre Reise ESTA oder ein Visum brauchen, zeigt der Visa-Check in wenigen Minuten. Wenn Sie länger in den USA bleiben möchten, etwa für eine Behandlung oder einen längeren Familienbesuch mit einem Besuchervisum, unterstützen wir Sie bei Antrag und Termin; einen Überblick finden Sie unter Leistungen.

Dieser Artikel ist eine unverbindliche Orientierung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Welche Medikamente Sie mitnehmen, entscheiden Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Über die Einreise, auch über mitgeführte Medikamente, entscheiden allein die US-Behörden.

Häufige Fragen

Wie viele Medikamente darf ich in die USA mitnehmen?+

Laut FDA dürfen ausländische Besucher einen Vorrat für 90 Tage mitbringen oder sich schicken lassen; die CBP empfiehlt als Faustregel ebenfalls höchstens 90 Tage. Das Medikament sollte in der Originalverpackung sein, dazu ein Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch. Wer länger bleibt, kann sich weitere Medikamente mit Kopie von Pass oder Visum, ärztlichem Schreiben und englischem Rezept nachsenden lassen.

Darf ich ADHS-Medikamente wie Methylphenidat in die USA mitnehmen?+

Ja, wenn Sie sie rechtmäßig für sich verordnet bekommen haben. Methylphenidat, Lisdexamfetamin und Amphetamin stehen in den USA in Schedule II; für den Eigenbedarf sind sie im Originalbehälter erlaubt, müssen aber beim CBP-Beamten angemeldet werden. Da viele ADHS-Mittel auch in Deutschland Betäubungsmittel sind, empfiehlt das BfArM zusätzlich eine mehrsprachige, amtlich beglaubigte ärztliche Bescheinigung.

Darf ich CBD oder Medizinalcannabis in die USA mitnehmen?+

Medizinalcannabis nicht: Marihuana steht bundesrechtlich in Schedule I, und dafür gibt es keine Ausnahme für Reisende, auch nicht mit Rezept oder wenn Cannabis im Zielstaat legal ist. Bei CBD gilt nur Hanf mit sehr geringem THC-Gehalt nicht als Marihuana, und die Regeln werden gerade verschärft. Lassen Sie CBD-Produkte deshalb zu Hause.

Darf ich Insulin und Spritzen im Handgepäck mitnehmen?+

Ja. Die TSA erlaubt medizinisch notwendige Flüssigkeiten wie Insulin in angemessener Menge im Handgepäck, auch über 100 Milliliter, wenn Sie sie an der Kontrolle anmelden. Spritzen, Pens und Kühlakkus werden mitkontrolliert, Insulinpumpe und Glukosesensor müssen Sie nicht abnehmen. Eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch erleichtert die Kontrolle.

Kann ich ein deutsches Rezept in einer US-Apotheke einlösen?+

In der Regel nicht, denn US-Apotheken geben rezeptpflichtige Medikamente nur auf Verordnung von in den USA zugelassenen Ärztinnen und Ärzten ab. Für kontrollierte Substanzen schreibt das Bundesrecht eine Zulassung im Bundesstaat und eine DEA-Registrierung vor. Gehen Ihnen Medikamente aus, rufen Sie die Hotline Ihres Versicherers an und lassen Sie sich in einer Praxis oder Urgent-Care-Praxis ein neues Rezept ausstellen.

Darf ich Melatonin aus den USA mit nach Deutschland nehmen?+

Für den persönlichen Bedarf ja: Laut Zoll dürfen Sie Arzneimittel bis zum Dreimonatsbedarf je Mittel einführen, auch wenn sie in Deutschland nicht zugelassen sind. Nahrungsergänzungsmittel können in Deutschland als Arzneimittel gelten. In den USA ist Melatonin ein Nahrungsergänzungsmittel, dessen tatsächlicher Gehalt oft vom Etikett abweicht; die Einnahme besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.

Brauche ich für die USA eine Bescheinigung nach Artikel 75 Schengen?+

Nein. Die Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens gilt nur für Reisen in Schengen-Staaten und höchstens 30 Tage. Für die USA empfiehlt das BfArM eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung nach dem INCB-Leitfaden, die von der obersten Landesgesundheitsbehörde beglaubigt wird. Die Artikel-75-Bescheinigung brauchen Sie zusätzlich, wenn Sie mit Betäubungsmitteln einen Aufenthalt in einem anderen Schengen-Staat einlegen.

Quellen

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US-Visa-Service Redaktion

Fachredaktion Einreise & US-Visa

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